Was kosten kranke Kinder?
Österreichs Familienselbsthilfeverein KiB children care appelliert an die künftige Regierung, die hohen Gebühren für Kinder im Spital zu streichen und fordert flächendeckende mobile Kinderbetreuung für daheim.
(Ungenach, 20.10.2008) Wird ein Kind stationär im Krankenhaus aufgenommen, fällt pro Tag ein Selbstbehalt zwischen EUR 14,00 und EUR 16,40 an, obwohl Kinder kein Einkommen haben. Dieser Selbstbehalt wird jedes Jahr stillschweigend um 10% angehoben. Besonders hart treffen diese Gebühren Familien mit chronisch kranken Kindern oder mit Mehrlingsgeburten. "Eine Mutter von Drillingen zahlt für einen 4-wöchigen Aufenthalt ihrer Drillinge auf der Frühchenstation EUR 1.377,60 Selbstbehalt", sagt Elisabeth Schausberger, GF von KiB. Zur finanziellen und psychischen Belastung im Krankenhaus kommt noch die Tatsache, dass Eltern für die Begleitung im Krankenhaus keinen Anspruch auf Pflegefreistellung haben. Sie müssen sich Urlaub nehmen, um ihr Kind im Spital zu betreuen.
Der Familienselbsthilfeverein KiB children care appelliert daher an die neue Regierung:
--Kein Selbstbehalt mehr für Kinder im Krankenhaus - Eltern sollten keine Kosten aufgebürdet werden.
--Anspruch auf Pflegefreistellung bei der Begleitung im Krankenhaus: Die Nähe der Eltern ist Medizin - sie mindert die Angst und fördert den Heilungsprozess.
Der Kindergarten ein Lazarett, die Schule ein Krankenzimmer
Wenn ein Kind über längere Zeit das Bett hüten muss, stellt dies die Eltern vor die Aufgabe ihr krankes Kind zu pflegen - auch wenn die Erkrankung unpassend kommt, weil man im Job gerade unabkömmlich ist. Eltern die hier auf die Unterstützung von Großeltern hoffen können, sind in der Minderheit. "Das trifft AlleinerzieherInnen besonders hart, da oft das soziale Netz fehlt", weiß Elisabeth Schausberger von KiB. KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen berichten regelmäßig, dass Kinder mit Medikamenten versorgt, krank in den Kindergarten und die Schule kommen. Kranke Kinder brauchen aber viel Ruhe und freundliche Zuwendung in ihrer vertrauten Umgebung um vollständig gesund zu werden.
Um dies auch Kindern berufstätiger Eltern zu ermöglichen, verlangt der Verein KiB: --Mobile Kinderbetreuung für zu Hause.
--gesetzliche Rahmenbedingungen für die Versorgung kranker Kinder nach dem Wiener Modell Sozial Global.
Netz für Mütter und Väter - der Familienverein KiB children care
Der Verein versteht sich als solidarisches Netzwerk für Familien. KiB ist Tag und Nacht erreichbar, organisiert österreichweit Betreuung für kranke Kinder zu Hause, berät zu den Rechten von Kindern im Krankenhaus und unterstützt Familien finanziell. KiB fungiert als Sprachrohr von Eltern mit kranken Kindern und vertritt die Anliegen der Familien gegenüber Politikern, Krankenhäusern und öffentlichen Stellen. "Wir sind Tag und Nacht erreichbar, sieben Tage in der Woche, um Krisensituationen abzuwenden und Familien mit erkrankten Kindern zu unterstützen", sagt GF Elisabeth Schausberger.
Kostenüberblick im Bundesländervergleich: www.kib.or.at/krankenhaus
Helpline:0664/6 20 30 40 - www.kib.or.at
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