Purkarthofer PR --- Harry Potters Dinkelburger für übergewichtige Kinder!
Längere Schulpausen, Ernährungsbildung in der Schule und ein Mindest-Gesundheits-Level fürs Schulbuffet - Experten lassen anlässlich eines großen Schulkongresses in der Steiermark mit Vorschlägen aufhorchen.
(Graz am 7.11.2007) "Milch macht schön", "Wie sich ein Rennfahrer ernährt", "Was Christl Stürmer essen darf". Mit derlei Fragestellungen kann man Kindern gesundes Essen näher bringen - ohne erhobenen Zeigefinger. So erreicht man nicht nur den Kopf, sondern auch Herz und Gefühl, und das ist wichtig, denn: "Kinder leben im Rausch des Jetzt und spüren die Folgen von ungesunder Ernährung nicht direkt", erklärt der Münchner Marktforscher Ingo Barlovic, der bei dem am 8. November stattfindenden Kongress "Das gute Schulbuffet" in Graz referieren wird. Die von der ARGE "GaV" -eine Schulplattform für gesunde Ernährung- mit dem steirischen Landesschulrat und der steirischen Landesregierung initiierte Veranstaltung hat das Ziel, die Jause in den über tausend steirischen Schulen gesünder zu machen. Die Aktion ist einzigartig, findet sie doch ressort- und parteiübergreifend statt.
Von der Gummischlange zum Studentenfutter
Wie leicht es möglich ist, mehr Vollwert und Frische in die Jause zu bringen, demonstrieren im Rahmen der Veranstaltung auch Schüler aus der Steiermark. Im Vorfeld des Kongresses kreierten sie gesunde und hippe Snacks, die dann auch gleich von mehreren hundert Kindern getestet und benotet wurden. Die bestgereihten Winner-Snacks werden den KongressteilnehmerInnen präsentiert. Gerade die jugendlichen Konsumenten hätten eine gesunde Jause bitter nötig: Knapp ein Fünftel der österreichischen Kinder ist übergewichtig, bei den zehn- bis siebzehnjährigen ist es bereits ein Viertel, Tendenz steigend. Bis zu vierzig Prozent der Kinder essen kaum Obst und Gemüse, obwohl gesundes Essen gerade in der Lern- und Entwicklungsphase besonders wichtig ist "Das Gehirn verbraucht zwanzig Prozent unseres gesamten täglichen Energiebedarfs", erklärt Ernährungswissenschafterin Rosemarie Zehetgruber. Wer falsch isst oder zu wenig trinkt, der wird auch rascher unaufmerksam und müde. Obwohl bereits viel öffentliches Bewusstsein über gesunde Ernährung vorhanden ist, greifen die Kids in der Pause lieber zu Gummischlangen und Schokoriegel, wenn der Hunger groß ist und süße und fette Dickmacher ans Schulbuffet locken.
Handlungsbedarf bei der "Generation Chips"
Laut Schätzungen von Gertraud Reisinger, Fachinspektorin des steirischen Landesschulrates, geben steirische Schülerinnen und Schüler rund fünfzig Millionen Euro jährlich für die Schuljause aus. "Die Buffets verdienen gutes Geld mit dem schnellen Hunger der Schüler. Sie agieren jedoch im besonders schutzwürdigen Schulbereich und auch in einer wettbewerbsfreien Zone, deswegen dürfen besondere Verantwortung und ein hoher Standard erwartet werden", so Reisinger. Sie fordert nun verbindliche Richtlinien für Schulbuffets und möchte "Ernährungsbildung" in allen Schultypen im Unterricht verankert wissen. Darüber hinaus kann sie sich eine Verlängerung der Schulpausen vorstellen, denn "Schüler brauchen Zeit und Raum zum Essen, kurze Pausen verführen zu Fast-Food". Die Buffetbetreiber möchte sie sukzessive für gesunde Angebote gewinnen, denn "Qualität und Wirtschaftlichkeit müssen nicht unbedingt ein Widerspruch sein". Für die angelaufene Zertifizierung der Schulen durch den Landesschulrat als "Gesunde Schule" ist die Qualität der Schulbuffets bereits ein wesentliches Kriterium. Ein gutes und gesundes Angebot - für mehr Konzentrationsleistung der Schüler beim Lernen und für eine schlanke Zukunft.
Kongress "Das gute Schulbuffet - Neu.Steirisch.Bio"
8. November 2007, 9:00 - 16:00
Graz, Europasaal der Wirtschaftskammer
Veranstalter: ARGE Gänseblümchen auf Vogerlsalat
Konzeption und Organsiation: Kaiblinger & Zehetgruber OEG - gutessen consulting, www.gutessen.at
450 Teilnehmerinnen: PädagogInnen, Buffetbetreiber, Schulverwaltung, Eltern- und SchülervertreterInnen, Schulärzte
Statements:
"Neben dem Elternhaus ist die Schule die wichtigste Umgebung, wenn es darum geht, den Kindern und Jugendlichen gesunde Gewohnheiten auf den Lebensweg mit zu geben, bzw. ungesunde nicht entstehen zu lassen. Als Gesundheitslandesrat der Steiermark appelliere ich daher auch an die Schulbuffetbetreiber, sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung bewusst zu sein."
Gesundheitslandesrat Mag. Helmut Hirt
"Ich bin als Landesschulratspräsident angetreten mit der Zielsetzung, alles dafür zu tun, um unsere Kinder gesünder zu machen. Dafür habe ich unter anderem eine Zertifizierung von "Gesunden Schulen" ins Leben gerufen. Um dieses Gütesiegel zu erhalten, müssen sich die Institutionen einer Qualitätskontrolle durch externe Experten stellen, die die Schulen nach einem Kriterienkatalog mit mehr als 100 zu erfüllenden Punkten beurteilen. Das Angebot des Schulbuffets ist dabei eines der wichtigsten Kriterien. Die Auszeichnung ist die sichtbare Anerkennung besonderer Leistungen von Schulen im Gesundheitsbereich."
Landeschulrats-Präsident Wolfgang Erlitz
"Besonders für Schulkinder ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung sehr wichtig, um bestmögliche Leistungen zu erbringen. Darum unterstütze ich das Projekt "Das gute Schulbuffet" auch sehr gerne".
Agrarlandesrat Johann Seitinger
Weitere Informationen: www.gutessen.at
Der Leitfaden "Das gute Schulbuffet - von der Idee zur Umsetzung" unter http://gutessen.at/schule.html als kostenloser Download.
^
