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Dramatischer Kinderärzte-Mangel in Österreich

Nur mehr knapp ein Drittel der Kinderärzte sind Kassenärzte. KiB fordert rasche Lösung und startet Petition „SOS-Kinderarzt“.

 

Die Corona-Welle hat uns fest im Griff. Neben vielen anderen Kinderkrankheiten gibt es auch noch die Folgen der Covid-Maßnahmen, die mittlerweile bekannt sind: Depressionen, Schulangst und Schulverweigerung, Mediensucht und andere psychische Beeinträchtigungen sind im Steigen. Auch Übergewicht oder Diabetes treten gehäuft auf, als Folge des erzwungenen Bewegungsmangels.

Zu wenige Kassenärzte
Aber in vielen Bezirken in NÖ, Wien und auch in den anderen Bundesländern heißt es für die Eltern „bitte warten“. Laut österr. Ärztekammer sind in NÖ derzeit dreizehn Kassenkinderarzt-Praxen unbesetzt – in Wien sind es zwölf. In beiden Bundesländern ist die Situation besonders besorgniserregend. In Niederösterreich, wo es laut Ärztekammer insgesamt nur 38 Kassenverträge für Kinderärzte und-ärztinnen gibt (und das für über 300.000 Kinder und Jugendliche), ist die Lage besonders schlecht. Die Anzahl der derzeit (noch) ca. 38 Kassenkinderarzt-Praxen in NÖ ist nämlich altersbedingt im Sinken begriffen. Dafür gibt es immer mehr Privat-Kinderärzte und-ärztinnen („Wahlärzte“), bei denen die Eltern für jeden Besuch extra bezahlen und nur einen geringen Anteil von der Kasse refundiert erhalten.

Familien finanziell überfordert

„Unser fünfjähriger Sohn hatte Mittelohrentzündung und wir ließen das rasch abklären beim Kinderarzt“, berichtet eine Niederösterreicherin. „Leider mussten wir in Folge mehrere Male zum Kinderarzt und da er Privat-Arzt ist, kosteten uns die Behandlungen, die wir in ein paar Wochen benötigten, fast 400 Euro.“ Auch wenn man einen Teil des Geldes von der Kasse zurückbekommt: so viel Geld vorzustrecken, können wir uns nicht leisten. Nun gehen wir zum praktischen Arzt mit den Kindern“, schildern betroffene Eltern. In Purkersdorf, Bezirk St. Pölten Land zum Beispiel hat sich eine Elterninitiative für die Besetzung der seit 2017 freien Kassen Kinderarzt Stelle stark gemacht. Junger Vater und Mitinitiator Florian Schallauer: “bevor meine Tochter im Mai zur Welt kam, hätte ich es - ahnungsloser Weise - noch nicht für möglich gehalten, dass das Problem so groß sein könnte.“ Aber auch in der Steiermark ist es nicht viel besser: Im ganzen Bezirk Murau gibt es keinen Kassenarzt bzw. keine Kassenärztin, im Bezirk Graz-Umgebung für 31.000 Kinder gerade einen und in den Bezirken Murtal und Voitsberg jeweils einen einzigen.

Immer mehr teure Privatärzte

Diesen Missstand bestätigt auch Univ. Prof. Dr. Kerbl von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde: „In manchen Regionen, insbesondere in ländlichen Gebieten, sind jetzt schon über ein Drittel der Kassenstellen unbesetzt, Tendenz steigend.“ Grund dafür sind u.a. unternehmerisches Risiko, Einzelkämpfertum, administrative Belastungen und ein kompliziertes, für viele unbefriedigendes Honorarsystem. So sind z.B. die Mutter-Kind-Pass-Honorare seit 1994 (also seit 27 Jahren) unverändert. „Innovative Modelle, Vereinfachungen im Honorarsystem und die Förderung der Lehrpraxis sind nur einige Punkte, die zu einer Verbesserung beitragen könnten. Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde hat Anfang 2020 ein Zehn-Punkte-Programm zur Verbesserung der Situation vorgelegt. Leider ist eine Umsetzung der dort gemachten Vorschläge bisher unterblieben.“, so Kerbl. Nun weichen Eltern oft mit einem fiebernden Kind zu einem praktischen Arzt bzw. einer Ärztin aus oder warten mit der Abklärung einer Erkrankung.

 

Petition „SOS Kinderarzt“ gestartet

Der Verein KiB children care, Verein rund ums erkrankte Kind, hat schon in den letzten Jahren auf die bedenkliche Entwicklung hingewiesen, dass die Zahl der Kassenkinderarzt-Praxen dramatisch sinkt. Von den insgesamt 609 pädiatrischen Praxen in ganz Österreich arbeiten ca. 250 mit Kassenvertrag (ÖGK) und ca. 30 mit Kassenvertrag der sog. „kleinen Kassen“. Dem gegenüber stehen ca. 330 Privat-Kinderärzte bzw. -ärztinnen. Wobei die Altersstruktur der Kassenärzte und -ärztinnen deutlich zeigt, dass sehr viele in den nächsten fünf bis zehn Jahren in Pension gehen werden und sich die Situation weiter verschärfen wird. „Es geht immerhin um die Grundversorgung unserer Kinder und wenn die Politik hier nicht gegensteuert und sich nicht alle Zuständigen um eine rasche Lösung bemühen, wird sich dies in Zukunft doppelt und dreifach rächen“, so Johanna Schurm, GF von KiB children care. Sie hat nun eine Petition initiiert: „SOS-Kinderarzt. Den Versorgungsnotstand in Österreich beenden.“ Dort wo die Basisversorgung an Kinderärzten und -ärztinnen mit Kassenvertrag derzeit nicht gegeben ist, sollten die Privatarztkosten – bis zur Verbesserung der Situation - von der ÖGK zur Gänze erstattet werden“, fordert der Verein. Generell müssten die derzeit ca. 40 offenen Kassenkinderarzt-Praxen raschest nachbesetzt werden, ÖGK und die Politik müssen hier endlich zu einer Lösung kommen.

„SOS Kinderarzt“ – Die Online Petition

www.kib.or.at

 

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