Zurück zum Weingarten
Meinklang startet Rückbauprojekt von Rebanlagen. Aus Plantagen werden Gärten.

(Pamhagen, 24.5.11, PUR) Rebstock an Rebstock, auf kahlem Boden geradlinig aufgefädelt wie Soldaten beim Appell: Eintönige Bilder wie diese prägen die Weinlandschaften seit Jahrzehnten. Meinklang geht nun neue Wege: Winzer Familie Michlits hat auf der größten zusammenhängenden Rebfläche von 10 Hektar siebenundzwanzig Ökoinseln mit rund 800 m2 geschaffen. Diese Inseln, angelegt in Form riesiger Wassertropfen, erstrecken sich über mehrere Rebzeilen und brechen die monotone Rebarchitektur auf. Das Zentrum jeder Insel bildet jeweils ein Obstbaum darunter auch Mandeln, Zwetschken und Quitten. Weitere Bäume werden ringsum nach dem Prinzip keltischer Baumkreise gepflanzt.
Darunter die Eberesche, die den Kelten als heiliger Baum des Lebens galt. Auch hochstämmige Apfelbäume sind darunter, die Lebensräume für Vögel, Kleinsäuger und Insekten bieten. Spitz- und Feldmaus, Igel, Steinmarder und der seltene Gartenschläfer leben rund um die Streuobstbäume. Bei Meinklang wird auch der Schwarze Holunderstrauch gepflanzt, von dessen Früchten sich mehr als 62 Vogelarten ernähren. Ergänzt werden die Pflanzen-Oasen vor allem durch buschiges Gehölz, Sträucher, Kräuter, Gemüse, Blumen – insgesamt mehr als 300 Arten.

Insektenhotels haben ausgedient
„Die von Bio-Winzern praktizierte Begrünung des Bodens, das Aufstellen von Nistkästen und sogenannten Insektenhotels etc. sind zwar Schritte in die richtige Richtung, doch gehen sie uns nicht weit genug“, so Demeter-Winzer Werner Michlits aus Pamhagen,„Unser Ziel ist es, beständige und natürliche Lebensräume für die Mitbewohner der Rebe zu schaffen. Damit können wir auch unsere bisher verwendeten Nistkästen und Insektenhotels wieder wegräumen. Aus Weinplantagen werden Weingärten“.

Wein-Garten
Meinklang geht es darum, sich auf den Ursprung des Begriffs „Wein-Garten“ zu besinnen und einen echten Garten mit Obst, Gemüse, Rebstöcken und Kräutern zu gestalten. Sogar Brennnesseln und Disteln dürfen fortan inmitten der Reben wuchern: sie sind wichtige Futterpflanzen für viele Insekten. Einige Raupen und Schmetterlingsarten könnten ohne sie nicht überleben. In den Disteln lagern die Larven zahlreicher Käfer, Fliegen und Mücken. Dieses von vielen Landwirten verteufelte „Unkraut“ schafft wertvolle Lebensräume, wo sich im Sommer Schmetterlinge und Singvögel einfinden. Es ermöglicht Humusaufbau und reharmonisiert den Lebensraum der Reben. Und nicht nur die Weinreben sollen vom neuen Paradiesgarten profitieren: „Ich freu mich schon, wenn ich nach einem langen Arbeitstag am Wein-Garten, Obst und Gemüse mit nach Hause bringen kann. Die Arbeit inmitten blühender Bäume und Blumen ist beglückend“, sagt Weinbäuerin Angela Michlits.

Über Meinklang:
Der pannonische Mischbetrieb hat den biodynamischen Weinbau in Österreich salonfähig gemacht und ist bekannt für seine innovativen Ideen. Beispielsweise werden Weine in riesigen Beton-Eiern ausgebaut. Vor Jahren schon holte die Winzerfamilie eine 600-köpfige Angus-Rinderherde ins Team, die ihre Weingärten mit hochwertigem Hof-Dünger versorgt. Vor kurzem wurde Meinklang zum besten Familienbetrieb des Burgenlandes gewählt.
www.meinklang.at


+